Advent

Die Adventszeit umfasst die vier Sonntage vor dem Christfest. Sie dient der inneren Vorbereitung auf Weihnachten und lädt zur Vorfreude und zur Besinnung ein.

Wer hat eigentlich festgelegt, wie lange die Adventszeit ist?

Wer diese Frage beantworten will, muss eine kleine Reise zurück in die Vergangenheit machen. Genauer gesagt ins 5. Jahrhundert. Denn da wird im Bistum Tours die Adventszeit eingeführt. Im 6. Jahrhundert dann legt Papst Gregor der Große vier Adventssonntage für die Vorbereitungszeit auf Weihnachten und eine liturgische Ordnung fest. Die vier Sonntage stehen zu dieser Zeit symbolisch für die 4000 Jahre, welche die Menschen nach kirchlicher Rechnung auf die Ankunft des Erlösers warten mussten. Im Jahr 1570, fast 900 Jahre später, verfasst Papst Pius V. dann die endgültige Regelung der Adventsliturgie. Für die ganze Kirche wird die Adventszeit als Zeit der Besinnung und Buße festgeschrieben. Einen Adventskranz hat zu dieser Zeit noch keiner zu Gesicht bekommen. Was es mit dem Brauch, an jedem der vier Sonntag ein Licht an einem grünen Kranz anzuzünden auf sich hat, lesen Sie nächsten Sonntag hier.

Wer hat den Adventskranz erfunden?

Advent, Advent ein Lichtlein brennt – mittlerweile sind es sogar schon zwei, die den runden Kranz erhellen. Er gilt als Symbol der Huldigung und weist auf den kommenden König hin. Die Kerzen stehen für das aufgehende, heller werdende Licht, das Hoffnung geben und das Böse abwehren soll. Heute ist es Brauch, an jedem der vier Adventssonntage eine Kerze mehr anzuzünden. Ganz genau geklärt ist die Herkunft des Adventskranzes nicht. Als Erfinder des Adventskranzes gilt Johann Hinrich Wichern (1808 - 1881). Im Rauhen Haus in Hamburg, einer Betreuungseinrichtung für Waisenkinder, die Wichern leitete, soll er auf einem Wagenrad 23 Kerzen angebracht haben. Vier große weiße Kerzen symbolisierten die Sonntage bis Weihnachten, 19 kleine rote die Werktage. Jeden Tag wurde von den Kindern eine Kerze mehr angezündet. Ab 1860 band Wichern dann Tannenzweige zu einem Kranz. Auf einen Adventskalender mussten Wicherns Kinder aber noch verzichten. Denn der wurde erst später erfunden. Wann und wo, erfahren Sie hier am 3.Advent.

Der Barbaratag

Am 4. Dezember ist Barbaratag. Ein Tag, an dem viele Christen der heiligen Barbara, einer christlichen Märtyrerin aus dem 3.Jahrhundert, gedenken. Obwohl ihre Existenz historisch nicht gesichert ist, ist ihre bewegende Geschichte noch heute vielen Gläubigen bekannt. Der Überlieferung zufolge lebte Barbara als Tochter eines reichen Kaufmanns in Nikomedia. Anstatt zu heiraten, wollte die junge Frau ihr Leben Christus widmen. Ihr heidnischer Vater war damit nicht einverstanden und versuchte seine Tochter mit allen Mitteln vom Glauben abzubringen – und enthauptete sie schließlich eigenhändig.Seit mehreren Jahrhunderten ist der Barbaratag mit besonderen Bräuchen verbunden. Der bekannteste Brauch ist es, frisch geschnittene Zweige von Weide, Kirschbaum oder Forsythie ins Haus zu holen und in ein Gefäß mit Wasser zu stellen. In der Wärme der Wohnung treiben diese Barbarazweige dann neue Knospen, sodass sie zu Weihnachten in voller Blüte stehen. Im tiefen Winter sollen diese blühenden Zweige für Hoffnung und neues Leben stehen.